Richard von Krafft-Ebing
1840–1902
Deutscher Psychiater und Gerichtsmediziner
Richard von Krafft-Ebing – deutscher Psychiater und Gerichtsmediziner. Die Lebensgeschichte beginnt am 14. August 1840 in Mannheim. Gestorben ist Krafft-Ebing am 22. Dezember 1902 in Graz.
Ausbildung und Stationen
Die akademische Ausbildung führte an Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Universität Wien und Universität Zürich. Beruflich tätig war Krafft-Ebing unter anderem an Universität Wien und Universität Graz.
Woran gearbeitet wurde
Als Fachgebiete sind Psychiatrie, Neurologie, Kriminalistik und Sexualwissenschaft angegeben. Bekannte Werke sind Lehrbuch der gerichtlichen Psychopathologie mit Berücksichtigung der Gesetzgebung von Österreich, Deutschland und Frankreich und Psychopathia sexualis.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften
Aufgenommen wurde Krafft-Ebing in Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Der Beitrag zum Fach
Richard von Krafft-Ebing war Psychiater und Gerichtsmediziner und lehrte unter anderem in Wien. Sein „Lehrbuch der gerichtlichen Psychopathologie“ beschäftigte sich mit der Frage, wie psychisch kranke Menschen vor Gericht zu beurteilen sind, und trug zur Entwicklung der forensischen Psychiatrie bei. Berühmter wurde die „Psychopathia sexualis“, eine Sammlung von Fallbeschreibungen sexueller Abweichungen, die er als medizinisch zu untersuchende Phänomene und nicht als bloße Sünde oder Verbrechen behandelte.
Das Buch prägte Begriffe wie Sadismus und Masochismus und gilt als einer der Ausgangspunkte der modernen Sexualwissenschaft. Krafft-Ebing sah Homosexualität zunächst als krankhafte Anlage, überdachte diese Position später jedoch und trat für eine mildere rechtliche Bewertung ein. Aus heutiger Sicht ist seine Pathologisierung vieler Verhaltensweisen überholt, und die Fallsammlungen sind methodisch wenig belastbar. Sie bleiben historisch bedeutsam, weil sie sexuelles Verhalten erstmals in großem Umfang medizinisch und psychologisch diskutierten.
Werke
- Lehrbuch der gerichtlichen Psychopathologie mit Berücksichtigung der Gesetzgebung von Österreich, Deutschland und Frankreich
- Psychopathia sexualis
Verwandte Köpfe
Quelle: Wikidata (CC0) · Weiterlesen: Wikipedia (de) · Stand 21. Oktober 2026 · Redaktion Geistmagazin. Korrektur melden.