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Ratgeber

Psychotherapie Studium

aktualisiert am · Redaktion Geistmagazin

Kurz gesagt

Das Psychotherapie-Studium ist der seit 2020 vorgesehene Weg zur Approbation: zehn Semester aus Bachelor und Master, mit Praxisanteilen und einer Approbationsprüfung, an die sich eine Weiterbildung anschließt.

Psychotherapie Studium – Symbolbild

Ein eigenes Studium für einen eigenen Heilberuf

Mit dem Psychotherapeutengesetz von 2019, das am 1. September 2020 in Kraft trat, wurde die Psychotherapie als Heilberuf neu geordnet. Seitdem gibt es ein eigenes Approbationsstudium. Es soll Wissen aus Psychologie, Medizin, Pädagogik und Recht bündeln und von Beginn an auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten vorbereiten. Der Studiengang führt, anders als das klassische Psychologiestudium, direkt zur Approbationsprüfung. Wer ihn besteht, erhält die Approbation und kann sich anschließend zur Fachpsychotherapeutin oder zum Fachpsychotherapeuten weiterbilden. Eine Gesamtdarstellung des Wegs liefert Wie wird man Psychotherapeut?.

Aufbau des Studiums

Abschnitt Dauer Schwerpunkte
Bachelor 6 Semester Grundlagen der Psychologie, Psychotherapie, Medizin, Pädagogik; Methoden; erste Praxiseinblicke
Master 4 Semester Vertiefung, Störungslehre, Verfahren, Diagnostik, praktische Anteile in der Versorgung
Approbationsprüfung nach dem Master Staatliche Prüfung mit mündlichen, schriftlichen und praktischen Elementen
Weiterbildung mehrere Jahre Fachkunde in Gebiet und Verfahren

Die Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO) beschreibt Inhalte, Praxisanteile und Prüfungen. Die Hochschulen setzen sie in eigene Studienordnungen um, weshalb sich Details unterscheiden.

Inhalte: Was gelernt wird

Im Bachelor stehen die Grundlagen im Zentrum: psychologische Grundlagenfächer wie Wahrnehmung, Lernen, Entwicklung und Sozialverhalten, Methodenlehre und Statistik, medizinische und biologische Grundlagen, Grundzüge der Psychotherapie und der Psychopathologie. Im Master werden die klinischen Fächer vertieft: Störungslehre, Diagnostik, Therapieplanung, Verfahren und Methoden der Psychotherapie, Prävention und Rehabilitation, Rechts- und Berufsfragen. Eine zentrale Neuerung ist der hohe Praxisanteil. Studierende absolvieren berufsqualifizierende Tätigkeiten in Einrichtungen der Versorgung, zum Beispiel in Kliniken, Ambulanzen oder Praxen, die vor Ort betreut werden. Auch Selbsterfahrung und Supervision gehören zu den Elementen.

Zulassung und Auswahl

Die Zulassung richtet sich nach den Regeln der Hochschulen und den Landesvorgaben. Wie beim Psychologiestudium sind Plätze begrenzt, und Auswahlkriterien wie Abiturnote oder Verfahren der Hochschulen können eine Rolle spielen. Die Angebote entstehen derzeit an Universitäten, die die neuen Studiengänge schrittweise aufbauen; welche Hochschulen sie anbieten, lässt sich über die Hochschulkompass-Datenbank und die Landeskammern erfahren. Wer sich bewerben möchte, sollte die aktuellen Informationen der Hochschulen prüfen, da sich Angebot und Zulassungsregeln ändern können. Hinweise zur Zulassung beim verwandten Fach liefert Psychologie NC.

Merke: Nicht jedes Psychologiestudium führt zur Approbation. Wer Psychotherapeut werden will, sollte ausdrücklich einen Studiengang wählen, der für die Approbation vorgesehen ist, und das schriftlich bestätigen lassen.

Approbationsprüfung und Approbation

Am Ende des Masters steht die Approbationsprüfung. Sie prüft Kenntnisse und Fertigkeiten in einer Kombination aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Teilen und dient dazu, die Berufsfähigkeit festzustellen. Nach dem Bestehen stellt die zuständige Landesbehörde die Approbation aus. Sie ist die staatliche Zulassung zum Beruf, die Voraussetzung für die Berufsbezeichnung Psychotherapeutin oder Psychotherapeut. Einzelheiten zur Approbation behandelt der Ratgeber Approbation Psychotherapie.

Weiterbildung: Von der Approbation zur Fachkunde

Die Approbation allein genügt noch nicht, um zulasten der gesetzlichen Krankenkassen zu behandeln. Dafür ist die Weiterbildung erforderlich. Sie umfasst praktische Tätigkeit in ambulanten und stationären Einrichtungen, theoretische Kurse, Supervision und Selbsterfahrung und führt zur Fachkunde in einem Gebiet, etwa Erwachsenenpsychotherapie oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, und einem Verfahren, zum Beispiel Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Geregelt wird sie durch die Weiterbildungsordnungen der Landespsychotherapeutenkammern. Die Weiterbildung erfolgt in einem Beschäftigungsverhältnis; Vergütung und Arbeitsbedingungen sind Teil der Vereinbarung mit der Weiterbildungsstätte.

Wer ältere Studiengänge begonnen hat

Für Studierende, die vor der Reform mit einem Psychologiestudium begonnen haben, gelten Übergangsregelungen. Sie können die bisherige Ausbildung an anerkannten Instituten unter bestimmten Bedingungen abschließen. Wie lange dies noch möglich ist und welche Bedingungen gelten, sollte bei der zuständigen Landesbehörde oder Kammer erfragt werden. Wer die Wahl hat, informiert sich vor der Entscheidung gründlich, denn Fristen und Voraussetzungen sind nicht beliebig dehnbar.

Fragen zur Eignung

Das Studium verlangt wissenschaftliches Denken, Statistik, Medizinverständnis und praktische Sozialkompetenz. Wer Menschen in Krisen begleiten will, braucht emotionale Stabilität, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Freude an langfristigen Veränderungsprozessen. Einblicke geben Praktika und Gespräche mit Praktikern; zusätzlich gibt es Beratung bei den Landespsychotherapeutenkammern. Verdienstfragen sollten nicht im Vordergrund stehen, aber informiert gestellt werden; siehe Psychotherapeut Gehalt.

Praxisanteile im Studium: Was sie bedeuten

Die berufsqualifizierenden Tätigkeiten bilden das Herzstück des neuen Studiums. Studierende lernen in realen Versorgungssituationen: in Kliniken, in der Beratung, in Ambulanzen und später in der Behandlung von Patientinnen und Patienten unter Aufsicht. Sie hospitieren, führen erste Gespräche, nehmen an Teambesprechungen teil und reflektieren ihre Erfahrungen in Supervision. Der Wert liegt darin, dass sich Theorie und Praxis früh verbinden und Studierende erkennen, ob der Beruf zu ihnen passt. Die genaue Gestaltung variiert, ebenso Vergütung oder Aufwandsentschädigung, die Einrichtungen zahlen können. Es empfiehlt sich, bei Hochschulen nachzufragen, wie Praxisplätze vermittelt werden und welche Kooperationspartner bestehen.

Unterschiede zum alten Weg

Wer sich auf das neue Studium einstellt, sollte die Unterschiede zur früheren Konstruktion kennen. Früher folgte auf ein Psychologiestudium eine kostenpflichtige Ausbildung an privaten Instituten, in der die Praktische Tätigkeit häufig unzureichend vergütet war. Die Reform will dies ändern: Das Studium führt direkt zur Approbation, die Weiterbildung findet im Beschäftigungsverhältnis statt. Inhalte und Praxis sind an Hochschulen gebündelt, die Wissenschaft und Versorgung verbinden. Ob die Umsetzung in allen Punkten gelingt, wird fachlich und politisch diskutiert, etwa bei der Finanzierung der Weiterbildungsstellen. Verlässliche Aussagen zur Entwicklung sind aktuell nur eingeschränkt möglich.

Perspektiven nach dem Abschluss

Mit der Approbation stehen Wege in Kliniken, Beratungsstellen, Rehabilitation, Forschung und – nach der Weiterbildung – in die Niederlassung offen. Der Beruf ist nachgefragt, weil der Bedarf an Behandlungsplätzen hoch ist. Gleichzeitig verlangt er Ausdauer, fachliche Weiterentwicklung und Umgang mit emotional belastenden Situationen. Was Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten konkret tun, steht in Was macht ein Psychotherapeut?.

Häufige Fragen von Interessierten

Reicht mein Bachelor in Psychologie, um den Master Psychotherapie zu beginnen? Das hängt von der Hochschule ab und davon, ob der Bachelor den Anforderungen der Approbationsordnung entspricht. Hochschulen prüfen, welche Inhalte vorhanden sind, und können Nachqualifikationen verlangen. Eine Anfrage vor der Bewerbung klärt, ob der eigene Abschluss anerkannt wird.

Kann ich das Studium im Ausland absolvieren? Auslandssemester sind möglich, aber die Anerkennung der Leistungen und die Anrechnung auf die Approbation muss vorab mit der Hochschule und dem Prüfungsamt geklärt werden. Ein vollständiges Auslandsstudium führt nicht automatisch zur deutschen Approbation; die Anerkennung ausländischer Abschlüsse folgt eigenen Verfahren.

Gibt es Teilzeitmodelle? Das regeln die Hochschulen einzeln. Wegen des hohen Praxisanteils ist Teilzeit nicht überall vorgesehen, weshalb Interessierte gezielt nachfragen sollten.

Was kostet das Studium? An staatlichen Hochschulen fallen Semesterbeiträge an. Zusätzliche Kosten können durch Fahrten zu Praxisstellen, Literatur und Selbsterfahrung entstehen.

Warum viele ein Approbationsstudium wählen

Die Gründe sind vielfältig. Manche schätzen die klare Berufsperspektive: Wer das Studium abschließt, ist approbiert und kann sich weiterbilden. Andere sehen den Vorteil, früh in die Praxis zu kommen und Theorie unmittelbar zu verknüpfen. Wieder andere wählen den Weg, weil sie die Möglichkeit haben möchten, in Kliniken, Beratungsstellen oder Praxen therapeutisch zu arbeiten. Gemeinsam ist den meisten der Wunsch, Menschen in schwierigen Lebenslagen professionell zu unterstützen. Wer diese Motivation mit nüchternem Blick auf Dauer, Anforderungen und Finanzen verbindet, trifft eine tragfähige Entscheidung.

Rechtliche Quellen und wo man sie findet

Verlässliche Informationen stehen im Psychotherapeutengesetz und in der Approbationsordnung, beide im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und über die Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit sowie das Portal Gesetze im Internet abrufbar. Die Studienordnungen der Hochschulen konkretisieren die Anforderungen. Die Landespsychotherapeutenkammern erläutern die Weiterbildung, die Bundespsychotherapeutenkammer bündelt Informationen für Studierende und Berufsanfänger. Wer mit Behörden oder Hochschulen spricht, sollte Aussagen möglichst schriftlich bestätigen lassen, denn Regelungen können sich ändern und werden in der Übergangsphase unterschiedlich ausgelegt.

Ein praktischer Tipp: Wer sich bewirbt, sollte neben dem Studiengang auch das Umfeld betrachten. Gibt es an der Hochschule eine Hochschulambulanz, in der Studierende Erfahrungen sammeln, bestehen Kooperationen mit Kliniken und Praxen in der Umgebung, und wie ist die Betreuung in den Praxisphasen geregelt? Solche Fragen entscheiden mit darüber, wie gut das Studium auf den Beruf vorbereitet.

Checkliste vor der Bewerbung

  • Prüfen, welche Hochschulen ein Approbationsstudium Psychotherapie anbieten.
  • Zulassungsordnung, Fristen und Auswahlkriterien notieren.
  • Praktikum oder Hospitation im Bereich psychische Gesundheit absolvieren.
  • Finanzierung des Studiums und der Weiterbildung durchrechnen.
  • Bei älteren Studiengängen Übergangsregeln klären.
  • Landespsychotherapeutenkammer zur Weiterbildung befragen.

Häufige Fragen

Ist das Psychotherapie-Studium dasselbe wie Psychologie?

Nein. Es ist ein eigener Studiengang nach dem Psychotherapeutengesetz, der direkt zur Approbationsprüfung führt. Das klassische Psychologiestudium ist breiter angelegt.

Wie lange dauert das Studium?

Zehn Semester Regelstudienzeit, bestehend aus Bachelor und Master.

Was kommt nach dem Studium?

Die Approbationsprüfung und danach die Weiterbildung zur Fachpsychotherapie, die mehrere Jahre dauert.

Wo kann ich das Studium absolvieren?

An Hochschulen, die den Studiengang anbieten. Das Angebot wächst; aktuelle Übersichten bieten Hochschulkompass und Kammern.

Brauche ich Medizinkenntnisse?

Das Studium enthält medizinische Grundlagen, aber kein Medizinstudium. Ärztliche Psychotherapeuten gehen einen anderen Weg.

Quellen

  1. Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung (Psychotherapeutengesetz, PsychThG) vom 15. November 2019, BGBl. I S. 1604.
  2. Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO).
  3. Hochschulrektorenkonferenz: Hochschulkompass (hochschulkompass.de).
  4. Bundespsychotherapeutenkammer: Informationen zu Studium und Weiterbildung (bptk.de).

Redaktion Geistmagazin · KI-gestützt erstellt, redaktionell zusammengestellt · Stand 21. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Korrektur melden.