Werner Heyde
1902–1964
Deutscher Psychiater, Professor und Leiter der medizinischen Abteilung der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Zentrale
Werner Heyde – deutscher Psychiater, Professor und Leiter der medizinischen Abteilung der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Zentrale. Forst (Lausitz) ist der Geburtsort; das Geburtsdatum ist der 25. April 1902. Gestorben ist Heyde am 13. Februar 1964 in Butzbach.
Werdegang
Zu den Hochschulen der Ausbildung zählen Philipps-Universität Marburg, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universität Rostock und Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Beruflich tätig war Heyde unter anderem an Julius-Maximilians-Universität Würzburg.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften
Als Mitglied ist Heyde bei Schutzstaffel der NSDAP verzeichnet.
Warum der Name bis heute fällt
Werner Heyde war Psychiater und Professor in Würzburg und leitete in der Zeit des Nationalsozialismus die medizinische Abteilung der Zentrale der „Aktion T4“, der systematischen Ermordung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen. Er war an der Auswahl der Opfer beteiligt und gehörte damit zu den Verantwortlichen eines der schwersten Verbrechen der Medizingeschichte, an dem sich auch weitere Psychiater beteiligten.
Nach 1945 tauchte er unter und praktizierte jahrelang unter falschem Namen als Arzt und Gutachter in Schleswig-Holstein, wobei Teile der Behörden und der Ärzteschaft von seiner wahren Identität wussten. 1959 stellte er sich der Justiz, nahm sich aber 1964 vor Beginn des Prozesses das Leben. Der Fall gilt als Beispiel für die mangelnde Aufarbeitung nach dem Krieg und ist Mahnmal für Verantwortung und Ethik in der Psychiatrie. Wissenschaftlich ist von ihm nichts erhalten, was Bestand hätte.
Verwandte Köpfe
Quelle: Wikidata (CC0) · Weiterlesen: Wikipedia (de) · Stand 21. Oktober 2026 · Redaktion Geistmagazin. Korrektur melden.